La Haine

La Haine ★★★★

English tl;dr
A very powerful movie with an equally powerful title. Especially with the Parisian riots around 10 years ago and Ferguson as a current event this movie appears as a goosebumps inducing warning, but it's not only the story and backgound that will have an emotional impact on you. With the black and white pictures enhancing and perfectly mirroring the tristesse and with the concentrated narrative only showing one day of the youth's life this movie creates an electrifying mix of subliminal tension and apathy.
It's unpleasently authentic and vulgar and it will leave you with your jaw dropped. It's about a society on its way down.



Ein französische Film, der ebenso ausdrucksstark und kraftvoll ist wie sein bezeichnender Titel.

"Hass" erzählt die Geschichte einer Gruppe von drei Jugendlichen, die auf den ersten Blick nicht verschiedener sein könnten - ein Jude, ein Araber und ein Schwarzer, die jedoch eines verbindet: die Hoffnungslosigkeit und Langeweile in den Pariser Banlieus, in dem alle drei Zuhause sind und sich gegen viele andere Gruppierungen dort behaupten müssen, unter anderem gegen die örtliche Polizei, die sich dort Vorwürfe des Rassismus gefallen lassen muss und deren unnötige Brutalität einen Unschuldigen ins Koma befördert hat, was die Stimmung innerhalb des Pariser Vororts noch weiter zum Kochen bringt und sich schließlich in Aufständen und Unruhen entlädt. An dieser Stelle steigt der Film dann auch mit der oben genannten Gruppe Jugendlicher ein.

"Hass" gehört zu den Filmen, die auf jede Ebene den Nagel auf den Kopf treffen und genau die Botschaft an den Mann bringen, wie es der Regisseur beabsichtigt hatte. Gerade wenn man an die Pariser Aufstände von vor 10 Jahren oder auch ganz aktuell an die Geschehnisse in Ferguson zurückdenkt, kriegt man dahingehend fast Gänsehaut, wie treffsicher diese Film aus den 90ern die dystopisch wirkende Zukunft vorausgesagt hatte. Obwohl komplett fiktiv, wirkt er wie eine nicht beachtete Warnung, die aufzeigt, was passieren kann, wenn man diese Orte mit seinen Bewohnern sich selbst überlässt und sie in einen Schauplatz der Hoffnungslosigkeit und als metaphorische Sackgasse enden lässt.
Es ist jedoch nicht bloß die Geschichte an sich, welche eine durchschlagende Wirkung hinterlässt, sondern auch Entscheidungen in der Narrative und im Stil, die genau dazu beitagen. Sofort fällt natürlich auf, dass einem der komplette Film im Schwarz-Weiß-Ton entgegen strahlt, was ein simpler Kniff ist, der aber zu keiner Zeit prätentiös wirkt und die den ganzen Film überspannende Tristesse auf den Punkt bringt. Viel eindrucksvoller empfand ich allerdings die Entscheidung, nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben der drei zu zeigen, indem man den Film bloß an einem einzigen Tag spielen lässt und er dadurch einen episodischen Charakter überstülpt bekommt. Diese intelligente Verdichtung ist hier exemplarisch, man kriegt einen guten Einblick in das Leben der drei, die sich selbst fragen müssen, was sie mit dem Tag alles anstellen sollen und es resultiert in eine elektrisierende Mischung aus einer stets unterschwelligen Spannung und einer gewissen Apathie und Lustlosigkeit. Ein großartig aufspielender Vincent Cassel und eine interessante Kameraführung tun ihr übriges, um den Film zu einem Erlebnis werden zu lassen.

La Haine ist unangenehm authentisch und vulgär ausgefallen und nicht jeder wird ihm konfrontiert werden wollen, aber genau daraus zieht er seine Stärke. Es ist ein Film, der einen am Ende mit offenen Mund dastehen lässt. Es ist die Geschichte einer Gesellschaft, die fällt.

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