Grave of the Fireflies

Grave of the Fireflies ★★★★★

English tl;dr
It's not like I haven't been warned - year by year I've seen this movie appear on several "Films that made you cry?"-lists. Usually with such a level of expections and with the feeling of already having seen through the movie's calculatio I rarely experience the same emotions as others do, 'Grave of the Fireflies' however did occupy my lacrimal glands very intensely.

It doesn't feel calculated at all! It's just a very authentic, pure, touching and artful story about war, loss, suffering and right in the middle the solidarity of a small family developing an emotional breath that made me shake without any big form of manipulation. In fact, I don't have any problems admitting that while writing this review and listening to the wonderful soundtrack this alone brought back tears to my eyes. I'm pretty scared of rewatching it and probably won't in the near future, but it is definitely a movie everybody needs to watch at some point and - to take it even one step further - it makes you wonder what would happen to the wars of this world, if everybody had to watch it as part of their education.



Es ist nicht so, dass ich nicht wusste, worauf ich mich da eigentlich eingelassen hatte. Der Film ist mir weiß Gott schon lange Zeit nicht unbekannt gewesen, landete er doch regelmäßig in den "Filme, die euch zum Weinen gebracht haben"-Listen dieser Kinowelt. Doch gerade, wenn ich schon eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt und ich das Gefühl habe, das Kalkül des Films schon im Vorhinein durchschaut zu haben, so fällt es mir meist umso schwerer, diese intensiven Emotionen dann tatsächlich auch so zu empfinden. 'Grave of the Fireflies' hatte dieses Problem nicht - der hat es auch so gut verstanden, meine Tränendrüsen zu beschäftigen.

Basierend auf einer wahren Geschichte erzählen uns die schwirrenden Glühwürmchen in diesem Film vom Schicksal eines ungewöhnlichen Geschwisterpaares inmitten des vom 2. Weltkrieg gebeutelten Japans. Bei einem Bombenangriff auf ihr Dorf verlieren der vierzehnjährige Seito und seine vierjährige Schwester fast alles und so schlüpft der große Bruder gleichzeitig in die Rolle des Vaters und der Mutter und sieht sich in der Verantwortung, sich in rührender und aufopfernder Bereitschaft um seine kleine Schwester zu kümmern.

Studio Ghibli zeigt uns hier eine Gesichte mit starken Motiven auf. Krieg, Leid, Verlust und mittendrin der Zusammenhalt einer kleinen Familie, die das beste aus dem macht, was ihnen noch bleibt: sie selbst. Die größte Stärke des Films liegt in seiner Authentizität, denn sollte es oben so geklungen habe, als wäre der Film durchkalkuliert, so möchte ich es sofort richtig stellen. Der Film beschönigt nichts, bleibt gnadenlos bodenständig, aber doch so puristisch und kunstvoll, dass er ohne große Formen der Manipulation eine Art der Rührung in mir ausgelöst hat, die mich kräftig durchgeschüttelt hat und den Film zu einem Erlebnis hat aufsteigen lassen, das mich emotional auch noch Tage danach begleitet hat. Ich gebe es gerne zu - während ich diese Zeilen tippe, ich mich also gedanklich wieder mit dem Film beschäftige und nebenher der fantastisch aufwühlende Soundtrack im Hintergrund läuft, ist dies Auslöser genug für mich, wieder wässrige Augen zu kriegen.

Ich hätte Angst, ihn ein zweites Mal zu sehen und werde es so schnell wohl auch nicht tun, würde mir aber gleichzeitig wünschen, dass jeder diesen Film zumindest ein Mal im seinem Leben gesehen haben sollte. Ich gehe sogar so weit, mich zu fragen, wie die Welt mit ihren kriegerischen Menschen und Orten wohl aussehen würde, wenn jeder diesen Film in seiner Erziehung vorgespielt bekäme. In jedem Fall ist es eine emotional unheimlich zerrende Erfahrung, die mit ihrem detaillierten Zeichenstil und wunderschön inszenierten Höhepunkten zudem auch sehr hübsch eingekleidet ist.

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