Tenet ★★★

ich möchte positiv anfangen. Ich hörte hier wohl grade den besten Soundtrack der letzten Jahre. Sagen wir seit Inception. Der Bass ballert einen richtig tief in den Sitz und bringt den ganzen Kinosaal zum vibrieren. Bombastisch.
Leider wars das aber. Nolan versucht hier gewohnt meisterhaft abzuliefern, doch wenn Elizabeth Debicki im Reverse als einzige keine Maske trägt, und dir im Film 5 Minuten später erklärt wird, dass man im Reverse unbedingt eine Atemmaske braucht, da man sonst sofort stirbt, dann fängt die Fassade der eigens aufgebauten Filmlogik an zu bröckeln. Das hat Nolan wohl auch gemerkt und lieferte fortan statt Erklärungen nurnoch Ausflüchte oder lässt Fragen unbeantwortet. Entweder baut ein Film eine Logik auf und zieht sie durch, oder man lässt es bleiben. So hat das ganze mehr von Michael Bay als von Genie Christopher Nolan, denn Bilder waren wichtiger als Story. Versuche nicht es zu verstehen, dass sagt man uns sehr oft. Vlt. sagt Nolan das auch zu sich selbst. Oder zu dem Publikum, das eine interligente Handlung erwartet, die er vlt. dieses Mal gar nicht beabsichtige. Oder er hat sich einfach übernommen.
Gehen wir dafon mal weg und schauen uns die Protagonisten an: Tiefgang? Ne! Der Hauptcharakter hats nichtmal zu einem Namen geschaft, Protagonist muss reichen. Sympathieträger? Ne! Gibt es keine, alle Figuren bleiben blass und kalt.
Was uns bleibt sind 2-3 sehr gute, wuchtige Actionszenen und dieser verdammt herrausragende Score.

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