• Man of the West

    Man of the West

    ★★★★½

    Der Mann aus dem Westen war mal ein krasser Gangbanger. Das ist vorbei. Heute will er eine Schule aufbauen, ein gutes und gerechtes Leben führen und in die Zukunft schauen. Aber ein haarsträubender Zufall - ausgerechnet der Zug, der ihn diesem Ziel näher bringen soll, wird überfallen - treibt ihn unwillentlich zurück in die Hände seiner alten Bande von Outlaws.

    Unglaublich, was der gottgleiche Anthony Mann hier 1958 für ein Brett abgeliefert hat! Gary Cooper spielt einen Mann aus dem…

  • Six Degrees of Separation

    Six Degrees of Separation

    ★★★★

    Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, für das Autor John Guare für den Pulitzer Prize nominiert wurde. Und eine der inszenatorisch interessantesten Bühnenadaptionen, die ich überhaupt je gesehen habe. Fred Schepisis Film, von Kameramann Ian Baker in edle, aber nicht abgeschmackte Bilder getaucht, erzählt fragmentarisch, springt in Rückblenden hin und her, überrascht mittendrin aber auch mit kurzen Schlaglichter, die auf Kommendes hinweisen oder Vergangenes neu beleuchten. Ein zunächst etwas hektisches, undurchsichtiges Puzzle, das dank der abstoßend schnöselig-überheblichen Art der New Yorker Upper…

  • Jesse Stone: Sea Change

    Jesse Stone: Sea Change

    ★★★★

    Jesse Stone ist immer noch am Saufen. Seine Ex-Frau will nicht mehr mit ihm telefonieren und in Paradise gibt's außer Strafzetteln für falsches Parken und tollwütigen Skunks nichts für die Polizei zu tun. Da empfiehlt Stones Shrink ihm, sich eine Aufgabe zu suchen. Also buddelt der Kleinstadt-Bulle im wahrsten Sinne des Wortes einen alten Fall aus.
    SEA CHANGE ist das bisherige Highlight der rundherum tollen Jesse-Stone-Serie. Selleck ist endgültig in seiner Rolle angekommen und spielt eine auf dem Papier eigentlich…

  • Full Circle

    Full Circle

    ★★½

    Der Film setzt sofort ein Zeichen: In einer dramatischen und komplett überraschenden Szene verliert Mia Farrow auf grausame Weise ihre kleine Tochter. Das wirkt erstmal nach. Von ihrem Mann entfremdet zieht sie allein in ein altes Haus, in dem während einer Séance die Präsenz eines (ihres?) toten Kindes erspürt wird. Farrows Suche nach der Wahrheit wird fortan von Leichen gesäumt.
    Leider kann sich Richard Loncraine nicht so recht entscheiden, ob er von einer Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs erzählen oder…

  • Duel at Diablo

    Duel at Diablo

    ★★½

    Ein recht harscher Film. Die männliche Hauptfigur ist getrieben von Rache für seine von unbekannten Mördern skalpierte indianische Frau, die weibliche Hauptfigur wurde von Apachen entführt, geschändet und geschwängert und dann verstoßen - und kann weder in ihrer alten Welt, wo sie bespuckt wird, noch in der Welt der Indianer Fuß fassen.
    Das sind düstere und komplexe Themen, die der Film aber letztendlich doch nur an das gegenseitige Abschlachten von Konföderierten und Indianern in einem Canyon verrät. James Garner und…

  • Hour of the Gun

    Hour of the Gun

    ★★½

    Die Schießerei am OK Corral dieses Mal nicht als Finale, sondern als Einleitung. John Sturges erzählt von den historisch verbrieften Folgen des berühmten Shootouts und dem langwierigen Konflikt der Earps mit den Clantons. Bei der Geschichtstreue hat man allerdings vergessen, eine spannende Story zu erzählen, und hangelt sich episodisch an den Ereignissen entlang. Auf Heroisierung wird immerhin verzichtet. Jason Robards ist ok als Doc Holliday, aber James Garner der wohl blasseste Wyatt Earp der Filmgeschichte. Im Clanton-Clan fällt ein junger Jon Voight mehr auf als der eigentliche Antagonist Robert Ryan. Schöner Score von Jerry Goldsmith.

  • The Man from Colorado

    The Man from Colorado

    ★★★

    Dieser auf den ersten Blick handelsübliche Romantikwestern widmet sich einem zu der Zeit im Kino nur selten verhandelten Thema: Die posttraumatischen Schäden von mental kriegsversehrten Soldaten. Oberst Glenn Ford mäht noch am letzten Tag des Bürgerkriegs den Feind mit Kanonen nieder, obwohl der doch schon die weiße Fahne gehisst hat. Ford kommt auch als Richter in Friedenszeiten nicht mehr klar, sein bester Kumpel William Holden versucht ihm irgendwie beizustehen. Leider lieben die zwei Männer auch noch dieselbe Frau.
    Psychologisch interessanter,…

  • Cowboy

    Cowboy

    ★★

    Hotelconcierge Jack Lemmon möchte unbedingt Cowboy sein und überredet den knorrigen Viehtreiber Glenn Ford dazu, ihn mit auf den Trek zu nehmen. Was sich anlässt wie eine frühe Version der CITY SLICKERS (Ford ballert im Hotel mit dem Trommelrevolver die Kakerlaken ins Jenseits), entpuppt sich als Macho-Trip, der sich nicht zwischen Kritik am unmenschlichen Western-Lifestyle und Bewunderung für deren vermeintlicher Männlichkeit entscheiden kann. Am Ende ist Lemmon noch unsympathischer als sein Vorbild und der Film findet das auch noch lustig.…

  • The Sensuous Assassin

    The Sensuous Assassin

    ★★

    Gabriele Tinti brettert mit seinem Cabrio und Romy Schneider zu wilder Beatmusik gefährlich nah an den Klippen der Atlantikküste herum (Autostunts natürlich courtesy of Rémy Julienne). Dann saust die Karre mit Tinti in den Abgrund, Romy konnte sich noch rechtzeitig aus dem Todesauto retten. Da taucht der Bruder des in die Fluten gestürzten Tinti auf, in Gestalt von Maurice Ronet. Ronet und Schneider kommen sich näher und landen schließlich in der Kiste, aber irgendwie hat Ronet das dumpfe Gefühl, es…

  • The Tin Star

    The Tin Star

    ★★★★½

    Anthony Perkins spielt einen blutjungen, mit seiner Aufgabe und den eigenen Ansprüchen komplett überforderten Sheriff, der sich vom zufällig in die Stadt einreitenden Kopfgeldjäger Henry Fonda Inspiration und Fortbildung verspricht. Absoluter Spitzenfilm. Der große Anthony Mann, den man endlich zum Regisseur-Kanon der 50er Jahre hinzufügen sollte, erzählt hier einen in atmosphärischen Schwarzweiß-Bildern herausragend fotografierten Western, der sich nie den üblichen Western-Klischees hingibt. TIN STAR erzählt von Rassismus, Gewalt und falsch verstandener Männlichkeit, ohne auch nur eine Sekunde zu predigen. Am…

  • Hush

    Hush

    ★★½

    Gwyneth Paltrow hat in Johnathon Schaech den perfekten New Yorker Lover gefunden, aber da hat sie die Rechnung ohne Mutti gemacht! Jessica Lange schaltet in den Acting-Overdrive und grimassiert sich die besitzergreifende Mama als eine Art untote Blanche DuBois zurecht, ein Fest für jeden Camp Lover. Die Sause macht dank hübscher Kulissen und der zuverlässigen Gwyneth eine ganze Weile lang Laune - halt einer dieser 90er-Thriller, komplett by the numbers - aber am Ende wird's dann reichlich absurd. Hal Holbrook wird komplett verheizt. Ein lustiger Film mit nettem Score von Christopher Young!

  • Bad Day for the Cut

    Bad Day for the Cut

    Sieht aus wie so n Schwedenkrimi ausm ZDF (wertfrei). In den Hauptrollen schlecht besetzt, der Rächer-Schrat sieht aus wie der Mann und nicht wie der Sohn der Toten. Zunächst irgendwie noch halbwegs interessant, dann aber kleinkariertes business as usual und dafür einfach zu lahmarschig gemacht. Was mich am meisten genervt hat, war der sog. "Humor", das heißt, jede Gewaltszene muß auch irgendwie funny sein, haha diese Briten, naja Brexit halt. Übrigens der erste englischsprachige Film seit 30 Jahren, bei dem ich mir Untertitel gewünscht hätte.