Six Degrees of Separation ★★★★

Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, für das Autor John Guare für den Pulitzer Prize nominiert wurde. Und eine der inszenatorisch interessantesten Bühnenadaptionen, die ich überhaupt je gesehen habe. Fred Schepisis Film, von Kameramann Ian Baker in edle, aber nicht abgeschmackte Bilder getaucht, erzählt fragmentarisch, springt in Rückblenden hin und her, überrascht mittendrin aber auch mit kurzen Schlaglichter, die auf Kommendes hinweisen oder Vergangenes neu beleuchten. Ein zunächst etwas hektisches, undurchsichtiges Puzzle, das dank der abstoßend schnöselig-überheblichen Art der New Yorker Upper Class unzugänglich wirkt, sich dann aber so faszinierend entwickelt und aufblättert wie die Identität des vermeintlichen Poitier-Sohns. Daß das so gut funktioniert, liegt am trickreichen Drehbuch des Autors, an der subtilen Regie Schepisis, aber eben auch am herausragenden Schnitt des britischen Editors Peter Honess. Und natürlich an den Schauspielern, von in Nebenrollen aufblitzenden Glanzlichtern wie Heather Graham und Ian McKellen bis zum Hauptdarsteller-Trio. Man freut sich über und für Donald Sutherland, der hier eine der wenigen seiner seit 1990 betrüblich knapp bemessenen Gelegenheiten, eine interessante Figur nuanciert zu verkörpern, voll ausnutzt und einen nachdrücklich daran erinnert, was für ein toller Schauspieler er eigentlich ist.
Ein ungewöhnliches, reiches Filmerlebnis.