Full Circle ★★½

Der Film setzt sofort ein Zeichen: In einer dramatischen und komplett überraschenden Szene verliert Mia Farrow auf grausame Weise ihre kleine Tochter. Das wirkt erstmal nach. Von ihrem Mann entfremdet zieht sie allein in ein altes Haus, in dem während einer Séance die Präsenz eines (ihres?) toten Kindes erspürt wird. Farrows Suche nach der Wahrheit wird fortan von Leichen gesäumt.
Leider kann sich Richard Loncraine nicht so recht entscheiden, ob er von einer Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs erzählen oder einfach nur eine okkulte Schnurre (Vorlage: Peter Straub) zum Besten geben will. Der Film mäandert unentschlossen vor sich hin und lässt vieles unbeantwortet oder unverhandelt (zum Beispiel werden die Verblichenen aus Julias Umfeld nie gefunden oder erwähnt). Farrows Darstellung hat die Gemüter gespalten, mir gefällt das unzugängliche Spiel aber sehr gut; man kann nie sicher sein, ob Julia noch alle Nadeln an der Tanne hat. Auch die herbstliche Atmosphäre ist stimmig und die Filmmusik kommt mit einigen wirkungsvoll spacigen Blubbersounds daher. Das Schlußbild hat es in sich. Da trifft melancholische Poesie auf Todessehnsucht.
Wirklich gruselig ist aber nur das Bild der spanischen DVD. Aufgezoomte 4:3 VHS als Master!