Suspiria

Suspiria ★★★★

Mein zweiter Argento-Film nach „Opera“ - und ich fand ihn noch faszinierender. Ob ich seine Filme jemals richtig gut finden werde, weiß ich noch nicht. Aber es sind diese Gegensätze, die mich so faszinieren. Es ist diese Mischung aus Ekel und Ästhetik, aus Theatralik und Bildsprache, die ich bei Argento so sehr mag. Allein für diese Farben, die geradezu aus der Leinwand herausquillen, lohnt sich die Sichtung. Knallig, bunt, märchenhaft. Argento hat ein unfassbar gutes Auge für Bildkomposition und Kameraeinstellung. Das ist wahre Kino-Magie!
Andererseits gibt es Szenen, die unfreiwillig komisch wirken, sei es die merkwürdige Hofbräuhaus-Szene, obwohl der Film in Freiburg (!) spielen soll. Oder der putzige Angriff einer Stoff-Fledermaus, die vom Woolworth-Krabbeltisch stammen könnte.
Aber egal, es sind auch diese Szenen, die dazu beitragen, dass man letztlich einigermaßen verstört aus dem Film rausgeht. Die Mord-Szenen, so stilisiert sie auch sein mögen, gehen schon ziemlich unter die Haut, genauso wie der gothic-artige Soundtrack der Gruppe Goblin.
Fazit: man muss sich ein bißchen auf das ungewöhnliche Setting und die eigentümliche Atmosphäre einlassen. Wenn man die Hürde nimmt, erlebt man aber einen äußerst intensiven Horrorfilm.

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