Tenet ★★★★½

FSK 12 💚

Erstmal eins vorweg: Wie man unschwer an meinen Favoriten erkennen kann, bin ich sehr großer Christopher Nolan Fan. Ich würde sogar soweit gehen, ihn als meinen Lieblingsregisseur zu bezeichnen, sodass meine Bewertung natürlich sehr sehr subjektiv ausfällt.

Ich muss zugeben, dass es mir extrem schwer gefallen ist, mich auf eine Wertung festzulegen. Die Tage nach dem Kinobesuch musste ich den Film verarbeiten und bekam ihn einfach nicht aus dem Kopf. Ich hatte sogar unruhige Nächte, was warscheinlich an den vielen offenen Fragen lag. Auf jeden Fall hatte ich eine Menge Diskussionsbedarf und habe mich mit meinen Kumpels noch lange darüber unterhalten. Allein das zeigt mir, dass der Film irgendetwas mit mir gemacht hat. Dass mich ein Film solange verfolgt und nicht loslässt, hatte ich so ähnlich zuletzt bei Parasite.
Für mich ist das immer ein Zeichen für einen außergewöhnlich guten Film. Und je mehr ich über Tenet nachdenke, ist er das für mich eigentlich auch.

Natürlich gibt es gewisse Schwächen, die jetzt schon oft angesprochen wurden und ich jetzt nicht wiederholen möchte, aber mich hat das Kinoerlebnis so umgehauen (vorallem der Sound), dass ich gar keine Zeit hatte diese zu bemerken.
Ludwig Göransson liefert hier extremst ab und hat es tatsächlich geschafft die Lücke des fehlenden Hans Zimmer zu schließen. Da ich auch noch extremer Zimmer Fan bin, war er und Nolan für mich immer das unschlagbare Team.
Aber dieser Soundtrack zu Tenet ist einmalig und ich höre ihn mir noch täglich an. Allein für diese Erlebnis war es Tenet schon Wert im Kino gesehen zu haben.

Und an alle Kritiker, die die Story zu simpel finden: Man hat hier bei weitem noch keinen 0815 Film vor sich, sondern einen sehr intelligenten und verschachtelten Sci-Fi-Thriller.
Und das Ganze als eigenständigen Film. Nicht die zehnte Fortsetzung. Nicht das fünfte Remake. Keine Buchverfilmung. Kein Biopic. Nein! Und das ist gerade in der heutigen Zeit eine Seltenheit und sollte wertgeschätzt werden.

Auch Tenet hat es geschafft in mir wieder diesen typischen Nolan-Effekt auszulösen, wofür ich ihm immer dankbar bin.
Oft wird auch kritisiert, dass er zu komplex sei und seine Zuschauer überfordern würde. Das trifft vielleicht auf normale Kinogänger zu, die einfach nur einen Actionfilm sehen wollen, aber Nolan Kenner wissen, was sie erwartet und wollen eigentlich auch herausgefordert werden. Zumindest geht es mir so und ich denke gern mit und versuche das Rätsel zu entschlüsseln.

Ich für meinen Teil habe mit Tenet das bekommen, was ich wollte und das ist doch gut so.

Ich könnte noch viel viel mehr schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen und würde sich sowieso keine Sau durchlesen. Warscheinlich hat es nicht mal jemand überhaupt bis hierher gelesen 😅

Sorry, dass hier der Nolan-Fanboy so stark heraushängt. Ich musste einfach ein bisschen Dampf rauslassen. Steinigt mich dafür bitte nicht!

Außerdem kann ich auch voll die Leute nachvollziehen, die mit Tenet nicht so viel anfangen konnten. Wie gesagt sind mir die Schwächen schon bewusst, bloß fallen sie mir nicht so stark ins Gewicht. Und die Leute, die davor schon nichts mit Nolan anfangen konnten, sollten bloß die Finger von dem Film lassen.

(Durch eine zweite Sichtung, könnte sich meine Meinung durchaus ändern)

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